Das Geburtshoroskop - ein Wegweiser 

Psychologische Horoskopbetrachtungen liefern keine messbaren Ergebnisse, wie Laboranalysen oder andere quantitative Verfahren. Sie eröffnen jedoch einen Blickwinkel, aus dem heraus sich seelische Realität erlebnisnah, wertneutral und ziemlich umfassend erklären läßt. Ich nutze das Geburtshoroskop meiner Klienten deshalb als Orientierungshilfe innerhalb der Therapie. Mit entsprechender Erfahrung in analogem Denken und astrologischen Kenntnissen erhält man aus ihm Hinweise zum möglichen Selbstausdruck und zum individuellen Erleben des Klienten. Und man bekommt - ähnlich wie durch andere anamnestische Angaben auch – vorab einige Anhaltspunkte dafür, um was es in der Therapie gehen könnte; nicht mehr, aber auch nicht weniger! Ob daraus nicht nur treffende, sondern auch für den Klienten hilfreiche Schlüsse gezogen werden können, hängt immer maßgeblich davon ab, wie weit sich Therapeut und Klient innerhalb dieses – sehr bildhaften - Begriffssystems verständigen können.
Der folgende Text versucht, einige grundlegende Gesichtspunkte astrologischer Betrachtung zu erläutern.

Die vier Elemente

Nach dem Verständnis abendländischer Astrologie basiert alle für den Menschen wahrnehmbare Schöpfung auf vier Ur-Energien, die in ihrer Grundsubstanz als die vier Elemente- Feuer, Wasser, Luft und Erde - bezeichnet werden. Diese vier Energie-Qualitäten existieren in jeweils drei Schwingungsformen: als zielgerichteter Impuls (kardinal), als sich in einem Zentrum sammelnde oder von einem Zentrum ausstrahlende Energie (fix) und als zwischen diesen beiden Formen hin- und herschwingendes Energiemuster (variabel). Kombiniert man diese drei Schwingungsformen mit den vier Elementen, so erhält man eine zwölfteilige Energie-Matrix, welche auf Erde, Kosmos und Mensch einwirkt. Diese Matrix wird bildhaft durch die zwölf Tierkreiszeichen dargestellt.
Die konkrete Wirkung zu einem jeweils gegebenen Zeitpunkt hängt dabei mit der jeweiligen Position unsere Erde innerhalb des kosmischen Tierkreises und mit der momentanen Stellung der Planeten - im Bezug auf die Erde – zusammen. Die Astrologie spricht deshalb auch von „Zeitqualitäten“, wenn sie die Wirkung von Planetenkonstellationen beschreibt.

Seele in Resonanz mit dem Kosmos

Zum Zeitpunkt seiner Geburt – genauer: mit dem ersten Einströmen der Atemluft in seine Lungen – stimmt sich der Mensch auf die Schwingungen jener kosmischen Energie-Matrix ein. Er ist ab diesem Moment nicht nur „Erdenbürger“, sondern in seiner gesamten seelischen Konstitution mit dem Kosmos verbunden und steht – bis zu einem gewissen Grad! - unter dessen Einfluss. Die jeweilige Qualität dieser Verbindung wird durch das Abbild der Planetenstände zum Zeitpunkt der Geburt – das Geburtshoroskop- gespiegelt.
Grundsätzlich sind alle zwölf energetischen Grundmuster in der Seele eines jeden Menschen wirksam vorhanden und erlebbar. Doch wird das Bewusstsein und das subjektive Erleben eines Menschen von jedem einzelnen dieser Muster unterschiedlich geprägt. Und zwar je nach dem, inwieweit es durch die entsprechende Planetenkonstellation zum Zeitpunkt der Geburt verstärkt, abgeschwächt und/oder qualitativ modifiziert wird. Und dies wiederum beeinflusst – bis zu einem gewissen Grad! - den Ausdruck unserer Persönlichkeit. Unser Horoskop sagt also sowohl etwas darüber aus, wie wir die Welt erleben, als auch darüber, wie die Welt uns wahrnimmt.

Horoskopinterpretationen erfordern analoges Denken

Ungeachtet dessen, ob man von einer ursächlichen Wirkung der Sterne im Kosmos überzeugt ist, oder ob man von der Synchronizität universeller Energiemuster ausgeht (die in kosmischen und innerseelischen Vorgängen gleichermaßen wirken) – man wird für astrologische Zusammenhänge nur ein Verständnis entwickeln können, wenn man eine gewisse Übung in analogem Denken hat. Dann jedoch lassen sich durch die Betrachtung eines Geburtshoroskops oft erstaunlich treffende Beobachtungen machen. „Kardinal feuerbetonte“ Menschen z. B. werden sich im allgemeinen durch furchtlose Impulsivität, Enthusiasmus, Mut, zielgerichtete Willenskraft, ggf. aber auch durch Ungeduld, Neigung zu Grobheit und Gewalttätigkeit zu erkennen geben. (Dies entspricht dem astrologischen Prinzip „Widder“) Bei Menschen mit einem hohen Anteil an „Erde“ im Horoskop wird man im allgemeinen eine scharfe Sinneswahrnehmung, Geduld und Selbstdisziplin, Gründlichkeit und Verlässlichkeit oder eben auch Misstrauen, Härte und Engstirnigkeit finden.

Wertungsfreie Bildersprache

Grundsätzlich lässt sich jedes seelische Grundmuster in positiver (=erwünschter) und in negativer (=unerwünschter) Weise darleben – und in sämtlichen möglichen Mischformen zwischen diesen beiden Polen! Folglich lässt sich aus einem Horoskop auch nicht ablesen, auf welche Weise es von seinem Eigner im Laufe seines Lebens zum Ausdruck gebracht wird. Wertungen haben deshalb bei der Interpretation eines Horoskops nichts zu suchen – im Gegenteil: Sie widersprechen einer wertneutralen Betrachtung menschlicher Eigenarten, wie sie das astrologische Begriffssystem überhaupt erst möglich machen soll und wie sie Voraussetzung für eine [ehrliche/wirksame] Reinkarnationstherapie ist.

Horoskopgrafik


Norddeutschland